Festkonzert in der Ahrweiler Laurentius-Kirche

Festliche Freude und fetziger Friede

AHRWEILER. Der Chor der St. Laurentiuskirche Ahrweiler und die Musikvereinigung Bad Neuenahr-Ahrweiler haben ein Konzert in der Laurentius-Kirche gespielt. Die Besucher waren begeistert von der gelungenen Einstimmung auf den Advent.

 

Von Sebastian Kirschner

Foto: Martin Gausmann
Foto: Martin Gausmann

In diesem Jahr bewusst vor die Adventszeit gelegt, stimmten der Chor der St. Laurentiuskirche Ahrweiler und die Musikvereinigung Bad Neuenahr-Ahrweiler mit ihrem Festkonzert in der Pfarrkirche St. Laurentius in Ahrweiler mit einem großen Programm auf die vorweihnachtliche Zeit ein. Von nordischen Klängen bis hin zu fetzigem Jazz blieb kein Wunsch offen und so begeistert war auch der Schlussapplaus.

 

Dirigent Richard Knipp nahm seinen Platz vor dem Orchester ein, hob seine Arme zum Eröffnungsakkord und schon waberten dunkle Harmonien durch das gut besetzte Mittelschiff. Hans Felix Husadels „Tolf Synir“ – „Zwölf Söhne“ – bot abwechslungsreiche Charakterzeichnungen mit nordischer Tiefe von wild bis mild und einen brillanten Schluss. Sphärischen Gesang über konturenreichen Orgelklängen bot hingegen das erste Stück des Chores: eine Vertonung des 117. Psalms aus der Feder von Ad Voesten.

 

Gleich drei Stücke von Christopher Tambling erklangen an diesem Konzertabend. In Psalm 23 verwoben sich die Männerstimmen im Gesang auf die düstere Realität mit den Frauenstimmen, die von Hoffnung sangen. Das „Panis angelicus“ machte mit harmonischem Satz und getupfter Begleitung seinem Genre alle Ehre. Psalm 100 schließlich verband eine beschwingte Antiphon mit einem komplexen Mittelteil. Nachdem der Chor den Kanon „Dona nobis pacem“ beendet hatte, nahm die Musikvereinigung das Thema in Thomas Doss Bearbeitung auf. Das Motiv wanderte durch alle Instrumentengruppen, bis es in einem großen Glanzpunkt kulminierte. Das Publikum hielt den Atem an. Gekonnt brach Organist Klaus-Dieter Holzberger die im Raum stehende Spannung mit Matthias Nagels „Gib uns Frieden jeden Tag“, einer fetzigen Jazz-Variation, welche die Füße in den Kirchenbänken zu ausgiebigem Wippen animierte.

 

Ein kurzer, aber heftiger Ausbruch war „Jubilate Deo“ von Colin Mawby. Zu Robert Jones „Triptyque“ übernahm Frank Heuser das Solo-Saxophon und präsentierte gemeinsam mit der Orgel ein dreisätziges Stück, das besonders in seinem Mittelteil dazu einlud, die Augen zu schließen und sich aus der vorweihnachtlichen Hektik wegzuträumen.

 

Zwischen Innigkeit und Imposanz pendelte „Amen“ von Pavel Stank, bevor der Chor zu Flor Peeters „Entrata festiva“ seinen Platz auf der Empore verließ. Wuchtige Klänge vom Orchester vorne und von der Orgel im Rücken, nahmen die Sänger Posten rund um den Altar auf.

Mit den letzten Stücken wurde es immer spürbarer, dass das Publikum darauf brannte, endlich in Beifall ausbrechen zu dürfen. Aber die Ahrweiler hielten bis zum Schluss durch und wurden reichlich mit Alexandre Guilmants Bearbeitung von Georg Friedrich Händels „Tochter Zion“ belohnt.

 

 

Quelle: General-Anzeiger, 21.11.2016

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