Chormusik in Bad Neuenahr

Eine Reise durch die Weihnachtswelt

BAD NEUENAHR-AHRWEILER. Bei einem gemeinsamen Konzert stimmten Musikvereinigung und Ahrweiler Männerchor 400 Gäste auf das Fest ein. Dabei boten sie eine musikalische Reise um den Erdball.

 

Von Thomas Weber

Foto: Martin Gausmann
Foto: Martin Gausmann

Es ist schöne Tradition, dass sich das Orchester der Musikvereinigung Ahrweiler bei seinem letzten Konzert des Jahres in der Bad Neuenahrer Konzerthalle Verstärkung aus Ahrweiler holt. Und so stimmten die Bläser gemeinsam mit den Aktiven des Männergesangvereins Ahrweiler rund 400 Gäste musikalisch auf die nahenden Weihnachtstage ein. Dabei zog es die Musikvereinigung vor, eine Reise quer durch die Welt zu unternehmen, während sich der Chor in der Region umschaute.

Den Auftakt machte das Orchester. Dirigent Richard Knipp hatte aus dem großen Repertoire der Musikvereinigung weihnachtliche Stücke aus aller Welt ausgewählt. Die Reise begann allerdings im beschaulichen Ahrweiler, zumindest nach Knipp’s Meinung. „Tochter Zion“ stand zum Konzert Auftakt auf dem Programm.

 

„Ein Lied, das wahrscheinlich hier erfunden worden ist“, schmunzelte Knipp. Zu hören war dabei nicht die voluminöse Fassung der Schützen, sondern eine besinnlich anmutende Paraphrase, die die Melodie in viele Facetten teilte. Weiter ging es in den englischsprachigen Raum mit einem Weihnachtshit, der nie einer werden sollte: „Halleluja“ von Leonhard Cohen war einst als Protestsong und Beschwerde an Gott gedacht.

Stille Nacht als Abschluss

Cha-Cha-Cha-Musik bedeutet fröhlichste Weihnachten in wärmeren Gefilden, wo man spanisch oder portugiesisch spricht. „Feliz Navidad“ durfte da nicht fehlen. Schon war es nicht mehr weit bis in die Südsee. Pazifische Melodien, wohlgemerkt auf der Tuba dargeboten, bot eine Südsee-Version von „Mary’s Boychild.“ Weiter nach Norden: Wie man aus traditionellen deutschen Weihnachtsliedern tanzbare Swing-Melodien macht, zeigte die Musikvereinigung mit der US-Version „Christmas Dance Party.“ Zum Schluss zogen die Musiker noch einmal über den halben Erdball, um ihren Part mit besinnlichen tschechischen Tönen zu beenden: „Weihnachtsklang in den Bergen.“

Heimatverbundener zeigte sich der Männergesangverein Ahrweiler, der einen Teil seines Repertoires Ludwig van Beethoven widmete. Der stammte nicht nur aus Bonn, sondern war oftmals Gast einer Ahrweiler Familie. Sein Todestag jährt sich im kommenden Jahr zum 190. Mal, und so erinnerten die Sänger mit „Die Himmel rühmen“ und der „Hymne an die Nacht“ aus der Sonate Appassionata an den großen Komponisten.

 

Zudem war von den Sängern das Ende des 16. Jahrhunderts entstandene „In dulci jubilo“ von Michael Praetorius im Chorsatz von Dirigent Wilfried Schäfer zu hören. Mit „Oh laufet, ihr Hirten“ berichteten die Sänger musikalisch vom eiligen Weg eben jener Hirten nach Bethlehem. Abschluss und Höhepunkt des Vortrags war dann die Nummer eins der ewigen Weihnachtshitparade: Stille Nacht.

Am Ende wurde die Bühne in der Konzerthalle des Kurparks dann noch einmal richtig voll. Musikvereinigung und Männerchor nahmen gemeinsam Aufstellung, um mit den Gästen des Konzerts die Weihnachtslieder „Alle Jahre wieder“ und „Oh, du fröhliche“ anzustimmen.

 

 

Quelle: General-Anzeiger, 15.12.2016

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