Musikvereinigung und Chorgemeinschaft stimmen Ahrweiler auf Weihnachten ein

Konzert in Bad Neuenahr

BAD NEUENAHR-AHRWEILER.  Mit Riesenschritten nähert sich der Heilige Abend, und so stimmten am Dienstagabend die Musikvereinigung Bad Neuenahr-Ahrweiler und die Chorgemeinschaft Ahrweiler-Walporzheim ihr großes Publikum in der Konzerthalle im Bad Neuenahrer Kurpark auf Weihnachten ein.

 

Von Christine Schulze

Foto: Martin Gausmann
Foto: Martin Gausmann

Die Darbietungen gestalteten sich bei dem Blasmusikorchester unter Leitung von Norbert Nyikes beschwingt und lebhaft, beim Männerchor unter Leitung von Wilfried Schäfer dagegen getragen und sonor.

 

Spritzig, mit Marschmusik, stiegen die Bläser in ihren Part ein, mit dem Graf Waldersee-Marsch, der sich von forscher Marschmusik ins jubelnde „Tochter Zion“ wandelt. Moderator Matthias Becker kündigte für das weitere Programm swingende, jazzende, aber auch besinnliche Töne an, und das Orchester hielt dieses Versprechen. Mit „Sleigh Ride“, der „Schlittenfahrt“ des Amerikaners Leroy Anderson von Ende der 1940er Jahre, wurde es noch munterer. „Mary’s Boy Child“ von Jester Hariston im Calypso-Rhythmus führte in die Karibik. Dabei erklangen zunächst freundlich die Flöten, während später die Trompeten den Ton angaben.

 

Moderator Becker trug eine Persiflage von Eichendorffs „Markt und Straßen steh’n verlassen“ vor, in der eine laute, schrille Weihnachtswelt parodiert wird. Dem schloss sich Irving Berlins „White Christmas“ quasi als Ohrwurm an. Bis schließlich Josef von Eichendorffs besinnliches Gedicht „Markt und Straßen steh’n verlassen“, im Original vorgetragen wurde. Beim anschließenden „Feliz Navidad“ machte es einfach Spaß, zuzuhören. Mit der jazzigen „Christmas Dance Party“, einer bewegten Mischung von klassischen Weihnachtsliedern, endete der Part des Orchesters.

 

Der Männerchor brachte mit seinem getragenen Gesang anschließend Ruhe in den Saal. „Fröhliche Weihnacht überall“ erklang arrangiert von Hermannjosef Rübben. Es folgte „Winter Wonderland“, arrangiert von Peter Schnur und „Es blüht eine Rose zur Weihnachtszeit“ (Christrose) von Robert Stolz, in einem Chorsatz von Reinhard Grieshaber. Erinnerungen an frühere Weihnachten kamen auf bei „Weihnachtszeit, Kinderzeit“ von Udo Jürgens und Heinz Trust.

 

Für das alte Volkslied „Lasst uns lauschen, heilige Engel“ hatte Chorleiter Wilfried Schäfer einen Chorsatz geschrieben, der im Publikum bestens ankam. „Hört, es klingt vom Himmelszelt“ und das muntere „Trommellied“ rundeten das Programm der Sänger ab. Nach dem „Abendfrieden“ als Zugabe sangen Chor und Publikum gemeinsam Weihnachtslieder.

 

Seit nahezu 25 Jahren konzertieren die Musikvereinigung und der Männergesangverein gemeinsam, hatte Moderator Becker eingangs berichtet. Unterschiedlicher, als in der Konzerthalle erlebt, können die Darbietungen nicht sein. Der Part des Orchesters, bei dem auch Mitglieder der jüngeren Generation mitwirkten, gestaltete sich frisch und fröhlich, der Part des Männerchors festlich und getragen im Stil früherer Zeiten. Beides gehört zu Weihnachten. Der Kontrast machte das Konzert für die Zuhörer spannend. 

 

Quelle: General-Anzeiger, 15.12.2017

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